Vorteile vom Entwurf von Systemen ohne personenbezogengen Daten

Dass wir häufiger Systeme ohne personenbezogene Daten entwerfen, ist ein positiver Effekt der DSGVO. Diese Lösungen sind in der Regel einfacher und günstiger zu entwickeln und zu warten. Als IT-Architekt erinnere ich mich an zwei Projekte, bei denen mich der finale Entwurf positiv überrascht hat.

Die Abteilung, die für 70 % des Umsatzes eines Online-Shops verantwortlich war, hatte neue Konkurrenz und wollte einen neuen ganzen Online-Shop mit Live-Pricing und eine neue Reihe von zusätzlichen Dienstleistungen, die unser sieben Jahre altes Online Plattform nicht unterstützen konnte. Da der Informationssicherheitsbeauftragte bei jedem Kick-off Meeting fragt, ob wir wirklich personenbezogene Daten für die neuen Systeme brauchen, habe ich mir diese Frage schon beim Design gestellt. Zu meiner eigenen Überraschung haben wir am Ende lediglich drei Seiten für die Anzeige von Produkten, Preisen und der Auswahl von Zusatzprodukten entwickelt und online gestellt, mit denen die Abteilung schnell konkurrieren und Umsatz machen konnte.

Ein anderes Beispiel war die Suche der Compliance-Abteilung eines Händlers nach Alternativen zur Umsetzung des Lieferkettengesetzes. Sie hatten bereits verschiedene Softwarelösungen in Betracht gezogen, waren sich aber unsicher, ob sie alle Informationen ihrer Lieferanten an eine Drittfirma weitergeben wollten. Als wir gemeinsam die gesetzlichen Anforderungen und die aktuellen Systeme des Händlers besprachen, stellten wir fest, dass ein neues System, das die Antworten dokumentiert und regelmäßige Aktualisierungen anfordert, ohne die Verarbeitung personenbezogener Daten der Lieferanten nicht nur die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, sondern auch schnell von der eigenen IT-Abteilung entwickelt werden konnte. Bereits als der zuständige Anwalt die Anforderungen des Lieferkettengesetzes präsentierte, schlug er das schlanke Design des Systems vor.

Welche positiven Effekte der DSGVO haben Sie in Ihrem Berufsleben beobachtet?

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